Die Begeisterung für die neuen Bikes ließ mich direkt zu der Idee kommen, meinem “Neid” denjenigen gegenüber Rechnung zu tragen, die machbare Entfernungen zur Arbeitsstätte haben, zu begegnen, indem ich es einfach mal versuche.

Eins war klar, zum ersten Test wird es die einfache Strecke sein. Also fast, zum Bochumer HBF und vom DDorfer HBF zur Arbeit natürlich mit dem Rad.

Das erste Erstaunen kam darüber, dass das einfachfache Ticket für die Bimmelbahn über 15€ kostet, und das Zuschlagsticket für das Rad 3,50€. Unfassbar.

Glück hatte ich weil auf die Bahn Verlass ist – also auf ihre Unzuverlässigkeit. Die Regionalbahn kam 10 Minuten zu spät. Da ich unten schon den einfahrenden Zug hörte war es zu spät, um das 27kg Rad und die 10Kg Zusatzgepäck bequem mit dem Aufzug an den Bahnsteig zu fahren. (Packtaschen, Wasser, Laptop, iPad, Schlauch und Flickzeug, 4kg Zusatzakku und 1 Kg Ladegerät, Regenzeug,…) Das Adrenalin machte den Kraftakt nötig 😉

Wie heißt es so schon beim Buchen des Tickets “Begrentze Fahrradmitnahme möglich”. Spannend. Zunächst war ich schon mal froh, das ich bei der Hektik den richtigen (letzten) Wagen fand und ich schon mal drin war.

Alle Sitzplätze belegt, auch die eine Seite, wo Klappsitze sind, falls keine Räder oder Kinderwagen mitfahren. Die andere Seite war ein Haufen direkt aufeinanderliegender Räder. Ok, das geht mit meinem neuen Riese Müller sicher nicht. Das Gewicht würde sie ja schon zu einem Klumpen Altmetall verformen. Jetzt verstehe ich, wieso die Leute hier nur noch abgelegte Räder verwenden.

Also hieß es stehen für die ersten 20 Minuten und das Rad mit der einen Hand, und mich mit der anderen Hand zu sichern. Bequem ist anders. Dann wurde die Sitzreihe frei und ich konnte die restlichen 50 Minuten das Rad sitzend festhalten. natürlich blockierte es alles und ich war Stein des Anstoßes. Hier steht für mich schon fest – allein für die Dauerkarte inzw. fast 200€ statt vor 8 Jahren 112€ zzgl. das Zusatzticket sind zuviel für den Aufwand. Aber für Einzelfälle geht es auch wenn es in meinen Augen maßlos überteuert ist.


Die Tour selbst habe ich über Komoot am Rechner geplant und in Cobi zur Navigation am Rad eingelesen. In Düsseldorf klappte das aufgrund massiver GPS Empfangsprobleme eher weniger gut. Der Stresslevel stieg, da ich nur noch 10 Minuten Puffer hatte bis das erste Meeting startete.

Aber als ich aus der Innenstadt raus war klappte es dann gut. Streckenweise sind die Radwege gut ausgebaut, es gibt sogar eine Fahrradstraße zu meiner Überraschung. Auch das Zuparken hielt sich in grenzen. Abstand wurde auch gehalten, aber bei dem Verkehrsaufkommen fühlt es sich schon sehr komisch an. Das werde ich mir sicher auch deshalb schon nicht öfters geben.

Als ich den Heimweg antritt war schönstes Wetter bei 27 Grad. Beste Voraussetzungen für eine solche Tour. Die Wege führten schon hier teilweise über Grüngürtel die ich so nicht in Düsseldorf vermutet hatte. Es zeigt sich immer wieder, dass man durch die Perspektive vom Rad aus ganz anders Städte wahrnimmt. Die Laune steigt erheblich.

Ich habe zwar den Akku meiner Frau mit, aber auch den Anspruch es mit einem zu schaffen, wechsle also immer zwischen Eco und Tour Modus und nur bei steilen Anstiegen in den Turbo-Modus.

Die Passagen an den Flüssen Rhein und Ruhr und den Stauseen sind traumhaft.

 

Ich bin eigentlich nur traurig, dass es allein schon aufgrund der 3 Stunden für eine Strecke nur ab und an mal zu dieser Tour kommen wird.

Es ist doch (im Moment) trotz Motorunterstützung noch so anstrengend, dass es nicht täglich in Frage kommt.

Ich komme mit einer Restreichweite von 4km im Tourmodus an (11% im Akku verbleibend)

Aber es ist ein unglaubliches tolles Gefühl trotz der hügeligen Strecke dieses in meinem Trainingszustand aus dem Stand mit 18km/h Durchschnittsgeschwindigkeit zu schaffen.Ohne “e” wäre ich sicher 2 Stunden länger unterwegs gewesen und mit mehr Pausen.